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Donnerstag, 1. Dezember 2011

Advent, Advent...

ein Lichtlein brennt! Und das sogar im fernen Japan. Man muss es nur anzünden.
Rechts im Bild ist übrigens unser Keksteig zusehen.
Das war dann auch meine erste Erfahrung in "Backen mit der Mikrowelle". Zwar brauchten wir einen... oder vielleicht auch zwei oder drei Versuche aber irgendwie haben wir dann doch den Dreh rausgekriegt und ein einigermaßen passables Endergebnis herbei gezaubert. Mit salziger Butter und viel zu feinem Zucker.
Und dann hat auch schon fast der Dezember angefangen. Aber vorher mussten noch alle Rechnungen aus dem November beglichen werden. Sprich, ich musste mal wieder meine Versicherung bezahlen. Jawohl, mittlerweile bin ich dreimal versichert. Toll, oder?
Naja, auf jeden Fall musste ich noch bezahlen und wo geht man dann hin? Richtig!!!! Zum konbini!!!
Sollte man meiner Meinung nach auch in Deutschland einführen. Ich will später meine Stromrechnung auch in einer Tankstelle bezahlen können!!!
Eine andere Besonderheit, die mittlerweile zum Alltag dazugehört ist allerdings alles andere als angenehm. Fast täglich sieht man an den Bahnhöfen Anzeigen, dass es zu Verspätungen oder Zugausfällen wegen eines "Personenschadens" kommt. Man bekommt dabei immer genaue Angaben welche Linien wie betroffen sind und wo der "Unfall" passiert ist. Und nein, es ist nicht angenehm, wenn der Bahnhof angegeben wird auf dem man sich gerade befindet.
So, ich geh mir jetzt erstmal den kalten Schweiß abwischen und mach mir dann einen Beruhigungstee aus meinem Tee-Adventskalender!!! Es ist nämlich ziemlich kalt hier. Die Japaner halten anscheinend nicht viel von Isolierungen und so...
Zum Glück sind heute schon mal die Tickets angekommen, dass hat dann doch etwas die Stimmung gehoben.
Dann kann ich mich auch gleich wieder an die Arbeit machen! Nächste Woche stehen ein Test und der Rest einer Präsentation auf dem Plan.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Lang, lang ist's her!

Ups! Da hab ich doch tatsächlich jetzt schon meinen Blog vernachlässigt! Und nicht nur das! Ohne es zu merken ist jetzt schon der erste Monat in Japan an mir vorbeigerauscht! Wie erwartet vergeht die Zeit wie im Flug!
Und um jetzt die zwei Wochen kurz zufassen: Viel viel Uni-Stress und viel viel Sightseeing! Denn ja, auch ich hab es jetzt endlich geschafft etwas von Tokyo zu sehen!
Mein Uni-Stress besteht dieser Tage aus ein paar Hausaufgaben und viermal in der Woche früh aufstehen. Glücklicherweise habe ich jetzt bereits die Gelegenheit gehabt mich mit einigen japanischen Studenten und Studentinnen näher zu unterhalten und auch schon Ausflüge zu unternehmen!
Andererseits ist da diese Präsentation am Donnerstag... Naja egal!
Viel wichtiger:
Ich hab jetzt allmählich was zu berichten! Zum einen waren wir mit einer Gruppe der Austauschstudenten von meiner Universität in einem Katastrophen-Vorbereitungszentrum... oder so ähnlich.

Dort wurden wir dann in einen Erdbebensimulator gesteckt, haben uns einen Weg durch verqualmte Räume gebahnt und Feuer gelöscht! Alles in allem zwar auf die ein oder andere Art recht amüsant. Nur den Ernstfall möchte ich wirklich nicht miterleben. Positiver Nebeneffekt dieses Ausflug war dann die Nähe des Zentrums zum Tokyo Sky Tree
Und wo wir grad vom Sky Tree sprechen: Der Tokyo Tower musste dann letzte Woche auch unserem Ansturm wiederstehen: (Vorerst Aufnahmen bei Nacht. Morgen wird dann am Tage fotografiert)
Und die Aussicht ist wirklich schön! Nur bei Nacht sieht dann doch jede Richtung irgendwie gleich aus.
 Die Gegend um den Tokyo Tower herum ist allerdings auch worklich sehenswert mit großen Tempelanlagen, deswegen bin ich wirklich gespannt wie es morgen bei Tageslicht aussehen wird.

Es ist pink und es glitzert!
Einer meiner weiteren Ausflugsziele in letzter Zeit war dann auch noch Odaiba! Ich traf mich dort mit einigen Studenten meines Seminars. Und in Odaiba kann man eine Menge Spaß haben!
Zum Beispiel kann man ins Tokyo Trick Art Museum gehen!
Oder bei Madame Tussauds vorbeischauen! Und mit Michael ein Foto machen!
Oder sonst irgendwas machen.
Hello Kitty im pinken Himmel
Und mein persönliches Highlight bisher, unser Theaterbesuch am Freitag!
Das ACT Theater in Akasaka

Und nochmal aus einem anderen Blickwinkel.

Und das Plakat in groß.

Meine Erinnerungsstücke: Eintrittskarte, Flyer und Pamphlet inkl Leuchtdingens
Theater in Japan hat doch noch ein bisschen anderes Image als in Deutschland. Zumindestens die moderne/westliche Variante. Ein klassischer Theaterbesuch hat sich leider noch nicht ergeben, aber das lässt sich ja noch einrichten.
Das Theaterstück, was Sabrina und ich uns angeguckt haben war die Bühnenfassung einer koreanischen Fernsehserie "You're beautiful", die erst vor kurzem auch im japanischen Fernsehen unter dem Titel "Ikemen desu ne" lief. Sehr leichter, witziger Stoff mit wirklich guten Schauspielern und tollen Sängern. Ich hab mich köstlich amüsiert! Zum Glück reichte mein Japanisch aus um den Großteil der Witze zu verstehen.
Zwischendurch hab ich mich natürlich auch mal mit Freunden getroffen und da gabs... natürlich Essen!
Waffelessen mit Tomoko
Nabe... auch eine tolle Erfindung.
 Auf einer Geburtstagsfeier haben wir dann alle zusammen "Nabe" gegessen. Nabe bedeutet eigentlich nur Topf/Pfanne. Aber es ist auch ein wirklich leckeres Gericht, hauptsächlich aus einer ganzen Menge Gemüse, viel Tofu und Fleisch (das man sehr gut umgehen kann) auf einer Art Brühe angerichtet. Man stellt den Topf an und logischer Weise fängt das ganze irgendwann an zu kochen und nach einiger Zeit kann man sich die Einzelteile zu Gemüte führen. Sehr lecker, nur sind bei uns im Moment um die 25°C und man kommt bei diesem Gericht ordentlich ins Schwitzen. An einem kalten Winterabend bestimm genau das richtige! Und was macht man mit der übrig gebliebenen Brühe?
Einfach Nudeln rein!
Nudel mit der übriggebliebenen Brühe und Resten: Genau so lecker wie das eigentliche Gericht!
Eigentlich wäre jetzt der Punkt, andem ich Hunger bekommen würde. Wenn ich nicht so unglaublich viel gegessen hätte heute abend!
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass meine Mitbewohnerinnen großartig sind?
Es gabe heute Takoyaki! Und zwar in großer Runde, denn Essen bewirkt Wunder! Die gesamte Unit an einem Tisch!
China, Vietnam, Frankreich, Korea und Amerika an einem Tisch... geht doch!
 
 
Kansai ya!
Na dann hoffen wir mal, dass ich nicht zunehme! Doch vielleicht wäre das sogar besser! Denn ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich leider noch vollkommen im normalen Bereich liege und in einem normalen japanischen Bekleidungsgeschäft Klamotten finde! Nicht gut (für meinen Geldbeutel)!!!
aus einem etwas teureren Laden in Shinjuku
und die passenden Stiefel dazu. Japanische Verkäuferinnen sind verdammt gut!



 Der zweite Teil ist aus relativ billigen Läden in Harajuku. Und ja, sowohl Parka als auch die Kragen aus Oma's Spitzentischdecke sind im Moment total angesagt. Bei letzterem frag ich mich allerdings wieso eigentlich.

Sonntag, 25. September 2011

Mein Leben ist ein Chaos...

... und mein Zimmer auch. Aber das ist eine andere Geschichte.
Momentan bin ich immer noch am viel am hin und her laufen, viele normalerweise alltägliche Sachen muss ich dreimal hinterfragen und mein Terminplaner ist auch schon wieder überfüllt.

Doch trotz allem hat sich allmählich bei mir ein komisches Gefühl eingestellt. Routine. Der Weg nach Shinjuku oder zur Uni verläuft jetzt ganz ruhig und ohne weitere Zweifel, welche Bahn ich denn jetzt nehmen muss und die Strecke Bahnhof - Wohnheim klappt auch schon beinahe im Schlaf.

Dazu beigetragen hat wahrscheinlich auch die Tatsache, dass meine Vorlesungen endlich angefangen haben. Der Japanisch-Unterricht weicht nicht großartig von unserem vorherigen ab und auch die Wirtschaftsvorlesung war doch recht ähnlich gestaltet. Nur halt auf Japanisch. Mein Professor, der mir zur Seite gestellt worden ist, scheint glücklicherweise sehr nett zu sein und er ist auch noch verhältnismäßig jung. Neben einer seiner normalen Lehrveranstaltung besuche ich auch noch sein Seminar (ich muss. Beschwer mich jedoch nicht) Die Gruppe ist ziemlich klein, bestimmt weniger als 20 Studenten und ich als einzige Austauschstudentin. Ich hoffe wirklich dort auch ein bisschen Kontakt zu Japaner knüpfen zu können, was sich noch ein bisschen schwer erweist. Man ist ja auch immer so wahnsinnig mundfaul.
Na was für ein riesiges Bürogebäude... oder?
Nee, ist nur meine Uni!
Die Meiji Universität ist schon wirklich riesig! Unsere Japanischlehrerin meinte, man könne bei gutem Wetter von ganz oben (also dem 23. Stock) den Fuji-san sehen. Na mal schauen!!!!
Allerdings fahre ich jetzt auch immer ziemlich zur Rushhour in die Uni. Wobei der Begirff "Rushhour" wörtlich übersetzt in Japan völlig fehl am Platz wäre. "Die Stunde, in der man sich beeilt"??? Aber nicht doch!!! Tatsächlich bewegen sich 95% der Japaner in der Rushhour in der etwaigen Geschwindigkeit eines Sonntagsmorgens Spazierganges. Die restlichen 5% sprinten.

Und trotz aller noch weiter andauernder Probleme und bürokratischen Hürden habe ich es endlich geschafft ein bisschen was von der Stadt zusehen. Wenn auch nich viel bísher.
eine Straße in Shinjuku
Und heute war dann auch unser erstes Museum an der Reihe, nämlich das Ghibli Museum!!! Obwohl ich selber kein großer Anime-Fan bin, haben die Filme doch etwas besonderes, magisches. Und so ging es einem dann manchmal auch in dem Museum.




In dem Museum konnten wir es uns dann auch noch in dem Katzenbus gemütlich machen und einen wahnsinnig süßen Kurzfilm schauen! Leider konnten wir jedoch keine Bilder machen!
Ich habe bis jetzt zwar nur zwei Ghibli Filme gesehen, möchte das jetzt nach dem Museumsbesuch jedoch nachholen!
Und jetzt noch Nachträge:
Vor dem Taifun: Hecke intakt
Nach dem Taifun: Meine Hecke spielt Bäumchen wechsel dich
 Meine Sünden in Japan: (denn wenn die Japaner schon kein Brot backen können, können sie wenigestens Süßes herstellen)
Schokokeksstick umhüllt mit Erdbeer/Himbeerschokolade, umhüllt mit Schokolade. Tolle Erfindung!

Auch sehr tolle Geschichte. Zirtonenlimonade.... nur besser als die deutsche ^^
Es sieht nicht lecker aus. Aber es ist ein Gedicht.
Auf dem letztem Bild sind daifuku zu sehen, eine traditionelle japanische Süßigkeit. Und dieser hier hat die Geschmacksrichtung "Grüner Tee". Es mag vielleicht nicht gut aussehen und beim kauen ein bisschen zäh sein. Aber man sollte sich nicht zwischen mich und diese Dinger stellen. Das gibt Tote.

Mittwoch, 21. September 2011

I'm singing in the rain~

Nun bin auch ich endlich zu hause angekommen. Ich bin mir sicher die meisten von euch haben schon in den Nachrichten gesehen, dass heute der Taifun Nr. 15 über Tokyo zieht. Und so wie ich das aus meinem Fenster beurteilen kann, sind wir gerade mittendrin. Während man der Bevölkerung kaum etwas anmerkt, werden hier doch diverse Vorsichtsmaßnahmen getroffen um schlimmeres zu verhindern. Keine Panik, aber kontrollierte Vorsicht. Die Nachmittagsvorlesungen unserer Uni sind ausgefallen, einige Züge fuhren nicht mehr... dass hieß jedoch nicht, dass niemand mehr auf der Straße war. Inklusive uns. Und was mich am meisten überrascht hat: Mein kleiner, pinker Tchibo-Schirm hat tatsächlich seinen ersten Taifun überstand...es aber nicht geschafft mich trocken zu halten. Und ob er den nächsten übersteht wage ich zu bezweifeln.
Es ist übrigens immer noch warm und mollig bei 26°C.
Naja, heute abend werden dann erstmal Nachrichten geguckt, mal schauen was der Taifun so angerichtet hat.

Aber zum Glück hatte man ja den Vormittag um zu arbeiten. Denn jetzt geht bei uns mit großen Schritten voran! Ich habe den Einführungstest in Japanisch gemacht und mich dann auch noch mit meinem Professoren getroffen. Ich gehe davon aus, dass sein Englisch sehr beschränkt sein wird. Aber er scheint eigentlich sehr nett zu sein und ich freue mich auch schon wahnsinnig auf seine Vorlesungen morgen. Auf irgendeine Art und Weise habe ich es geschafft einerseits meine Vorlesungen total bescheuert zu legen und andererseits wirklich praktisch!
Ich finds wirklich nicht ganz witzig, dass ich Mittwoch fast 6 Stunden Zeit zwischen meinen Vorlesungen hab. Aber ich beschwer mich ganz bestimmt nicht über meine 4 Tage Woche. Zeit für Reisen~

Themawechsel:
Eine Bahnfahrt, die ist lustig... ♫
Wenn man einmal das Monster bezwungen hat, verliert es seine Unberechenbarkeit. Möchte man zumindestens meinen. Zum Glück trifft das auch größtenteils zu. Nur holt es dann manchmal doch wieder aus, um einen von hinten nocheinmal einen freundschaftlich hinterhältigen Kick zu verpassen.
Meine erste Bahnfahrt führte mich ja zum kuyakusho, zum Amt meines Stadtbezirks um mich als Ausländer registrieren zu lassen. Dabei fiel mir dann schon vor dem Eingang ein folgenschwerer Fehler meinerseits auf. Ich hatte mir zwar den Namen der Station, Asagaya, aufgeschrieben... aber nur in Hiragana, nicht in den chinesischen Zeichen, den Kanjis. Mit einer innerlichen Panikattacke und verzweifeltem Gesichtsausdruck stellte ich dann fest, dass unsere Station trotz Nähe zur Uni und zum Wohnheim nicht Ausländerfreundlich gestaltet ist. Es gibt keine Umschrift der Schriftzeichen in römische Schriftzeichen, so wie man sie auf großen Bahnhöfen findet. Ich hatte also die Möglichkeit entweder zu raten oder mir erstmal ein Ticket nach Shinjuku zu kaufen, den Namen konnte ich wenigstens lesen. Und umsteigen musste ich da sowieso. Also entschied ich mich für letzteres.
Und meine Güte, es war ja nur Shinjuku! Dort angekommen, nahm ich dann schließlich doch all meinen Mut zusammen und habe eine Frau angesprochen. Dank ihrer Hilfe stiefelte ich dann auch kurze Zeit später die Treppe zum Bahnsteig hoch. Und da fuhr auch schon gleich mein Zug ein. Nach kurzem Check, ob der auch wirklich in meine Richtung fährt entschied ich mich schnell einzusteigen und atmete erleichtert auf. Richtig entspannt habe ich mich, als ich durch die Ansage und Anzeige in der Bahn mitverfolgen konnte, wie wir uns immer mehr meinem Ziel näherten und schließlich in Nakano, nur 2-3 Stationen vorher, hielten. Und hielten. Und hielten. Und die falsche Richtung wieder losfuhren. Und so habe ich gelernt, dass es anscheinend zwei verschiedene Arten von Zügen gibt auf dieser Linie. Naja zum Glück musste ich dann dank des japanischem Ticketssystems nichts für meine Extratour bezahlen. Ich fuhr also zurück nach Shinjuku und habe mich dann vorsichtshalber nochmal an einen älteren Herren gewandt, bevor ich in den anderen Zug, diesmal den richtigen eingestiegen bin. Endlich in Asagaya angekommen, hielt ich mich an die sehr detailierte Wegbeschreibung auf der Webseite des Amtes, "Vom Süd-Ausgang des Bahnhofes 7 Min Fußweg"... und fand tatsächlich ohne weitere Probleme das Amt. Dass ich bei der Regestrierung noch einige Fehler gemacht habe ist eine andere Geschichte. Nächste Woche beim zweitem Amtgang werde ich übrigens von einer Japanerin begleitet. Und vielleicht von einem Japaner. Die beiden sind nämlich vorhin kurz hier bei uns reingeschneit und haben mir das angeboten, da sie mit einer anderen Deutschen, Jenny, die ich gestern kennen gelernt habe, dorthin gehen. Und ach du meine Güte. Japaner sind ja allgemein keine Riesen. Aber SO einen kleinen sieht man dann doch eher selten! Grob geschätzt würd ich sagen... ich hätte ihm auf den Kopf spucken können!
Der Rückweg lief übrigens ohne Probleme. Ich bin mir nicht immer 100% sicher, aber die Angst hat mir der Sprung ins ziemlich kalte Wasser auf jeden Fall genommen.

Und hier noch ein Nachtrag: Das was hier so einen Lärm macht oder gemacht hat (den Taifun mögen die auch nicht) sind nicht die Grillen sondern Zikaden. Die Grillen konnten wir gestern hören, da es kühler war und genieselt hat. Die sind nicht ganz so laut.