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Montag, 21. November 2011

Wie die Zeit vergeht...

Jetzt ist schon fast wieder Dezember!!! Unglaublich wie die Zeit vergeht!!!
Dezember bedeutet auch, dass es selbst hier ein bisschen kälter wird! In der Regel heißt das,dass die Temperaturen tagsüber zwischen 10 und 15 °C schwanken. Betonung liegt hierbei auf "in der Regel". Denn ab und an gibt es dann wieder Tage, an denen das Thermometer weit über die 20°C klettert und uns herrlichen Sonnenschein beschert. So zum Beispiel gestern!! Da hatten wir mal wieder viel Glück gehabt, denn genau gestern sind wir dann auch wandern gegangen! Und zwar nach Kamakura, eine Stadt ca. 1 Stunde mit der Bahn vom Tokio-ter Bahnhof entfernt. Wie gesagt, wir hatten wunderbares Wetter, also konnten wir den Ausflug wirklich genießen! Kamakura ist einfach nur schön, mit kleinen, ruhigen Gassen, vielen Tempeln und lauten Hauptstraßen, auf denen man sich fast so fühlt wie auf einem ganzjährigen Jahrmarkt. Das beste jedoch ist die tolle Lage! Kamakura ist umrandet von Bergen und dann auf einmal:
Das Meer!!
Nachdem wir dann eine kleine Mittagspause in einem Park direkt am Meer eingelegt hatten, ging es auch gleich weiter! Schließlich standen noch eine ganze Menge Tempel auf unserem Programm,


Die kleinen Figuren stehen übrigens für abgetriebene oder totgeborene Kinder


Die Fußspuren Buddhas


Auf den Steintafel ist Alt-Japanisch zu sehen, da hatten selbst die Japaner Probleme!
bis wir dann endlich irgendwann zu unserem Höhepunkt gekommen sind!!! Das berühmteste in Kamakura ist nämlich die große Buddha-Statue (diese riesen Buddha-Statuen nennt man übrigens Daibutsu), sie ist die zweit größte in Japan.

Bei der Größe fällt einem sogar auf, dass der gute Bartträger ist.

Und wir konnten sogar in's Innere der Statue gehen!
Im Inneren war es jedoch dank der Außentemperatur verdammt stickig und eng!! Aber ich will mich nicht beschweren, da es am Tag zuvor geschüttet hat wie aus Eimern!! Und bei dem Wetter wollte man dann alles andere ausser rausgehen! Zum Beispiel Nabe essen! :)
Haben wir auch gemacht, allerdings nicht Samstag sondern vor ca. 2 Wochen! Da habe ich mich nämlich mit ein paar anderen Studenten aus meinem Seminar getroffen um Nabe zu essen! Eine Nabe-Party also! Im Grunde ist es jetzt wirklich nichts besonders aufwendiges oder teures, aber einfach lecker und es wärmt richtig durch!
Das brauchte ich irgendwann auch um mich von einem gewaltigen Schrecken zu erholen!!!  Denn an dem Abend erlebte ich dann auch noch mein bis jetzt heftigstes Erdbeben! Es war zwar nur Stärke 3 bis 4, aber die Studentin bei dir wir zu Besuch waren lebt in einer Wohnung, wo einige Türen und die Schränke noch nach der japanischen Art gebaut sind, heißt es sind Schiebetüren, die bei einem solchen Erdbeben ganz fürchterliche Geräusche von sich geben!
Ich fühlte mich jedoch sicher, da ich mich ja in einem Zimmer voller Japaner befand und wenn man einfach beobachten, weiß man ja was grad Sache ist. Wirklich schlimm war das ganze zwar nicht, aber man spürte doch eine allgemeine Unruhe. Nachdem es dann vorbei war, wurde auch gleich erstmal der Fernseher angeschaltet um zu schauen wie stark es jetzt nun wirklich war und wo der Ursprung lag. Die Fernsehsender warnen in der Regel ja vor, aber da wir zu diesem Zeitpunkt keinen Fernseher laufen hatten, kam es für uns doch überraschend! Naja, nachdem sich dann alle vergewissert hatten, dass es nicht nur bei uns keine Schäden gab, ging es dann auch gleich weiter!
Leider war für mich der Abend kurz danach auch schon zu ende, ich musste ja noch meinen Bus nach Kyoto kriegen!! ;) Naja, es gibt schon angenehmerer Dinge als Nachtbusse... mein Knie hat sich bis heute noch nicht ganz erholt.
Auf jeden Fall kamen wir morgens gegen halb 7 in Kyoto an und mussten dann erstmal ein bisschen Zeit totschlagen, da die Tempel und Schreine ja alle erst ab 10 Uhr aufmachen. Wie eigentlich fast alles in Japan. Also schlenderten wir ein bisschen durch Kyoto, schauten uns die Gassen an und tranken schließlich in einem Starbucks bei Weihnachtsmusik... leckeren Frappuccino denn immerhin waren es draußen um die 25°C. Wir schafften es jedoch tatsächlich irgendwann am Kiyomizu-dera anzukommen!
Und wir waren nicht die einzigen ^^;
Rechts der Kiyomizu-dera und im Hintergrund sieht man Kyoto
Aus bestimmten Gründen gibt es jetzt hier nur noch Bilder aus unserem ryokan
An die "Stühle" muss man sich allerdings erstmal gewöhnen
Natürlich gab es im ganzen Raum nur Bambusmatten - tatami
Die vorhin beschriebenen Schiebetüren
Abends trafen wir uns noch mit anderen Bremern, die ihr Auslandsjahr in Kyoto bzw. Nagoya verbringen und hatten unseren Spaß!
 Und dann ging es ja auch schon gleich am nächsten Tag weiter nach Osaka und in unserem Zug hatte ich gleich auch noch eine Menge Spaß mit einem inner-japanischen Kulturschock! Kansai ist wirklich eine andere Welt! (Ich habe übrigens bei einem nomikai mit meinem Seminar mitbekommen, dass mein Professor auch aus Osaka kommt. Das erklärt einiges.) Neben mir im Zug stand also eine Dame, deren Handy irgendwann klingelte. Ohne Scham ging sie ran und fing an "laut" ihr Telefongespräch zu führen. In Tokyo mehr oder weniger undenkbar. Beim Zuhören konnte ich mich dann auch gleich über ihren wirklich sehr stark ausgeprägten Dialekt amüsieren.
In Osaka erwartete uns dann, nach einigen Unannehmlichkeiten, auch nur eins: Regen!!! Und zwar den ganzen Tag lang!! Das hat uns natürlich gründlich die Laune verdorben und bis auf das Umeda Sky Building haben wir mal wieder nichts geschafft. Unsere Unterkunft zu finden stellte sich nämlich als schwierig genug heraus. Man mag es kaum glauben, doch die Architekten in Osaka haben es tatsächlich geschafft einen Bahnhof zu bauen, der noch unübersichtlicher ist als der Bahnhof in Shinjuku! Nanba-station ist wirklich die Hölle, wenn man sich als Ausländer darin das erste Mal verläuft!
Naja aber irgendwann haben wir es tatsächlich auch geschafft und nach einer Erholungspause ging es weiter! Denn Kansai ist vor allem für eins berühmt: Essen!!!
Typisches kleines Restaurant

mit leckeren Okonomiyaki


und Takoyaki...als Nachtisch sozusagen
Unsere Okonamiyaki waren u.a. gefüllt mit Käse... wahnsinnig lecker!!!!
Morgens haben wir uns dann erstmal in der Nanba-station gestärkt!
Maccha au lait... jetzt liebe ich Nanba-Station!!
Um uns danach das Schloß in Osaka anzugucken...


Ausblick vom Schloss
bevor es dann weiter nach Nara ging! Nara ist vor allem für zwei Dinge bekannt: Zum einen für die größte Buddha-Statue Japans...
Das ist die Halle in der der Daibutsu steht

Der Daibutsu

Eine der Statuen, die den Daibutsu flankierten
 

Leider kann man das Gefühl beim Betreten der Halle nicht in Bildern wiederspiegeln. Man bekommt wirklich Gänsehaut, wenn aufeinmal wie aus dem nichts eine 16m hohe Buddha-Statue auf einen herabblickt.
Und was es in Nara auch noch sehr oft gibt, sind diese Schilder:
Und die sollte man doch auch bitte verdammt ernst nehmen!!

Nara ist nämlich bekannt für Rehe

Und wenn man es genau nimmt ist Nara einfach ein einziger großer Streichelzoo


Naja und das war dann unsere Kansai-Rundreise im Kurzformat. Und es wird sicherlich nicht die letzte für mich gewesen sein.
Bleibt noch zu erwähnen, dass ich jetzt auch endlich einen Musik-Laden in Shinjuku ausfindig gemacht habe.
Ich weiß jetzt wie ich meine Freistunde Mittwochs rumkriege!
Allerdings steht jetzt als nächste große Anschaffung erstmal Konzerttickets an... mal wieder ^^; Und aus Erfahrung weiß ich jetzt schon: das wird mal wieder n Spaß!!!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Lang, lang ist's her!

Ups! Da hab ich doch tatsächlich jetzt schon meinen Blog vernachlässigt! Und nicht nur das! Ohne es zu merken ist jetzt schon der erste Monat in Japan an mir vorbeigerauscht! Wie erwartet vergeht die Zeit wie im Flug!
Und um jetzt die zwei Wochen kurz zufassen: Viel viel Uni-Stress und viel viel Sightseeing! Denn ja, auch ich hab es jetzt endlich geschafft etwas von Tokyo zu sehen!
Mein Uni-Stress besteht dieser Tage aus ein paar Hausaufgaben und viermal in der Woche früh aufstehen. Glücklicherweise habe ich jetzt bereits die Gelegenheit gehabt mich mit einigen japanischen Studenten und Studentinnen näher zu unterhalten und auch schon Ausflüge zu unternehmen!
Andererseits ist da diese Präsentation am Donnerstag... Naja egal!
Viel wichtiger:
Ich hab jetzt allmählich was zu berichten! Zum einen waren wir mit einer Gruppe der Austauschstudenten von meiner Universität in einem Katastrophen-Vorbereitungszentrum... oder so ähnlich.

Dort wurden wir dann in einen Erdbebensimulator gesteckt, haben uns einen Weg durch verqualmte Räume gebahnt und Feuer gelöscht! Alles in allem zwar auf die ein oder andere Art recht amüsant. Nur den Ernstfall möchte ich wirklich nicht miterleben. Positiver Nebeneffekt dieses Ausflug war dann die Nähe des Zentrums zum Tokyo Sky Tree
Und wo wir grad vom Sky Tree sprechen: Der Tokyo Tower musste dann letzte Woche auch unserem Ansturm wiederstehen: (Vorerst Aufnahmen bei Nacht. Morgen wird dann am Tage fotografiert)
Und die Aussicht ist wirklich schön! Nur bei Nacht sieht dann doch jede Richtung irgendwie gleich aus.
 Die Gegend um den Tokyo Tower herum ist allerdings auch worklich sehenswert mit großen Tempelanlagen, deswegen bin ich wirklich gespannt wie es morgen bei Tageslicht aussehen wird.

Es ist pink und es glitzert!
Einer meiner weiteren Ausflugsziele in letzter Zeit war dann auch noch Odaiba! Ich traf mich dort mit einigen Studenten meines Seminars. Und in Odaiba kann man eine Menge Spaß haben!
Zum Beispiel kann man ins Tokyo Trick Art Museum gehen!
Oder bei Madame Tussauds vorbeischauen! Und mit Michael ein Foto machen!
Oder sonst irgendwas machen.
Hello Kitty im pinken Himmel
Und mein persönliches Highlight bisher, unser Theaterbesuch am Freitag!
Das ACT Theater in Akasaka

Und nochmal aus einem anderen Blickwinkel.

Und das Plakat in groß.

Meine Erinnerungsstücke: Eintrittskarte, Flyer und Pamphlet inkl Leuchtdingens
Theater in Japan hat doch noch ein bisschen anderes Image als in Deutschland. Zumindestens die moderne/westliche Variante. Ein klassischer Theaterbesuch hat sich leider noch nicht ergeben, aber das lässt sich ja noch einrichten.
Das Theaterstück, was Sabrina und ich uns angeguckt haben war die Bühnenfassung einer koreanischen Fernsehserie "You're beautiful", die erst vor kurzem auch im japanischen Fernsehen unter dem Titel "Ikemen desu ne" lief. Sehr leichter, witziger Stoff mit wirklich guten Schauspielern und tollen Sängern. Ich hab mich köstlich amüsiert! Zum Glück reichte mein Japanisch aus um den Großteil der Witze zu verstehen.
Zwischendurch hab ich mich natürlich auch mal mit Freunden getroffen und da gabs... natürlich Essen!
Waffelessen mit Tomoko
Nabe... auch eine tolle Erfindung.
 Auf einer Geburtstagsfeier haben wir dann alle zusammen "Nabe" gegessen. Nabe bedeutet eigentlich nur Topf/Pfanne. Aber es ist auch ein wirklich leckeres Gericht, hauptsächlich aus einer ganzen Menge Gemüse, viel Tofu und Fleisch (das man sehr gut umgehen kann) auf einer Art Brühe angerichtet. Man stellt den Topf an und logischer Weise fängt das ganze irgendwann an zu kochen und nach einiger Zeit kann man sich die Einzelteile zu Gemüte führen. Sehr lecker, nur sind bei uns im Moment um die 25°C und man kommt bei diesem Gericht ordentlich ins Schwitzen. An einem kalten Winterabend bestimm genau das richtige! Und was macht man mit der übrig gebliebenen Brühe?
Einfach Nudeln rein!
Nudel mit der übriggebliebenen Brühe und Resten: Genau so lecker wie das eigentliche Gericht!
Eigentlich wäre jetzt der Punkt, andem ich Hunger bekommen würde. Wenn ich nicht so unglaublich viel gegessen hätte heute abend!
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass meine Mitbewohnerinnen großartig sind?
Es gabe heute Takoyaki! Und zwar in großer Runde, denn Essen bewirkt Wunder! Die gesamte Unit an einem Tisch!
China, Vietnam, Frankreich, Korea und Amerika an einem Tisch... geht doch!
 
 
Kansai ya!
Na dann hoffen wir mal, dass ich nicht zunehme! Doch vielleicht wäre das sogar besser! Denn ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich leider noch vollkommen im normalen Bereich liege und in einem normalen japanischen Bekleidungsgeschäft Klamotten finde! Nicht gut (für meinen Geldbeutel)!!!
aus einem etwas teureren Laden in Shinjuku
und die passenden Stiefel dazu. Japanische Verkäuferinnen sind verdammt gut!



 Der zweite Teil ist aus relativ billigen Läden in Harajuku. Und ja, sowohl Parka als auch die Kragen aus Oma's Spitzentischdecke sind im Moment total angesagt. Bei letzterem frag ich mich allerdings wieso eigentlich.